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Artikelübersicht
Aufeinander zugehen - gemeinsam Schätze teilen

Buch - Artikel-Nr. 2380-3
ISBN 978-3-89617-310-2
von 4 bis 11 Jahren
128 Seiten

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Einzelpreis: 19,80 €

Horn, Reinhard; Aderras,S., Brauckhoff,B., Landgraf,M.; Walter,U.

Aufeinander zugehen - gemeinsam Schätze teilen

Christliche und islamische Geschichten, Lieder und Ideen für die interreligiöse Begegnung in Kita und Schule

Texte: Saida Aderras, Beate Brauckhoff, Reinhard Horn, Michael Landgraf, Ulrich Walter

Musik: Reinhard Horn

Einleitung Informationen zu Islam und Christentum

Ob in der Schule oder in der Kita, dieses Buch möchte interessierte Pädagog/innen einladen, sich mit den Kindern auf eine Entdeckungsreise zu machen.
Es möchte Menschen muslimischen und christlichen Glaubens einladen, das Gemeinsame zu entdecken und Unterschiede kennenzulernen.
Auf dieser Reise können im Zeigen des Eigenen und dem Wahrnehmen des Anderen gemeinsam Schätze entdeckt werden, die für ein gutes Leben miteinander notwendig sind.

Geschichten aus Bibel und Koran (Abraham und Ibrahim ? Schöpfung ? Mose und Musa ? Josef/Yusuf und seine Brüder ? Jona und Yunus ? Weihnachten)

Ideen für KiTa und Schule

AlbumMix HörprobenVideo

Zielgruppe: KiTa , Schule, Gemeinde

Klappentext

Ob in der Schule oder in der Kita, dieses Buch möchte interessierte Pädagog/-innen,
Erzieher/-innen und Lehrer/-innen einladen, sich mit den Kindern auf Entdeckungsreisen zu machen. Auf dieser Reise lernen sie Geschichten, Feste
und Rituale von Christen und Muslimen kennen.
Nach elementaren Einführungen und Zugängen zum Islam und zum Christentum
folgen die Geschichten, anschaulich für die Gestaltung mit Legebildern illustriert,
dazu Vorschläge für kreative Aktionen und die Gestaltung im Unterricht.
19 Lieder begleiten die Geschichten und Zugänge zu einzelnen Festen
und geben weitere Impulse für Aktionen.
Auf diese Weise lernen die Kinder, sich mit ihrer eigenen Religion zu
identifizieren und miteinander über Gemeinsamkeiten ins Gespräch zu kommen.
Dabei beobachten sie auch die Unterschiede beim Feiern und Beten,
oder auch in der Kultur zuhause. Und sie fragen: Wie ist das mit Gott bei euch?
Wie ist das mit Allah bei euch? Im Zeigen des Eigenen und dem Wahrnehmen
des Anderen werden gemeinsam Schätze entdeckt, die für ein gutes Leben
miteinander notwendig sind, aber auch die Unterschiede, die bleiben.
Ein Anstoß, Beziehungen zu stiften, die auf der Suche nach Heimat Hilfe geben,
sensibel für die unterschiedliche Herkunft und Kultur. Kita und Schule werden so
zu Orten des Austausches, der Entdeckungen und der Gespräche über das Eigene
und über das, was den Anderen wertvoll ist und bleibt.

Autorenbiographie

Reinhard Horn ist der „tollste Kinderversteher“. Im Herzen ist Reinhard Horn stets ein Kind geblieben. Er versteht es auf unnachahmlich eingängige wie beeindruckende Weise, die Welt der Kinder mit Kinderaugen zu sehen und ist dabei stets auf Augenhöhe der Kinder und Ihrer Welt.
Seit mehr als 30 Jahren steht Reinhard Horn mit rund 150 Konzerten pro Jahr auf Bühnen im In- und Ausland und zählt mit über 1 Million verkauften Tonträgern und diverser medialer Präsenz (u.a. KI.KA, ZDF) zu den bekanntesten und erfolgreichsten Kinderliedermachern Deutschlands. Neben seiner Konzerttätigkeit ist er einer der gefragtesten Referenten im frühkindlichen pädagogischen Bereich.
www.reinhardhorn.de

Inhaltsverzeichnis

Vorwort
Autoren
Einleitung – Interreligiöses Lernen als Entdeckungsreise
Islam und Christentum – Informationen
Islam
Mohammed – der Prophet
Christentum
Jesus Christus, der Friedenskönig
Ramadan und Zuckerfest – Advent und Weihnachten
Geschichten aus der Bibel und dem Koran
Wo drei Religionen einander begegnen
Ein Vater – zwei Söhne – drei Religionen: Judentum – Christentum – Islam
Gott ist EINER, der mitgeht
Geschichten um Abraham und Ibrahim
Abrahams Glaube wird auf eine harte Probe gestellt
Das Bekenntnis zu Gott, der die Welt erschaffen hat
Mose – Musa
(nach den Büchern Mose und des Koran erzählt)
Jusuf und seine Brüder
(nach dem 1. Buch Mose und der 12. Sure des Koran erzählt)
Jona und Yunus – Propheten im Auftrag Gottes
Die Weihnachtsgeschichte im Koran – Isa und Maryam
Von der Liebe zu Gott und den Menschen
Bausteine zu einem Gleichnis Jesu und einem Hadith Mohammeds
Wir zeigen unsere Schätze
Lieder
Goldene Regel CD Track 01
Wir sind Kinder dieser Erde CD Track 02
Gib uns helfende Hände CD Track 03
Gut, dass ich da bin! – Das ICH-DU-WIR-Lied CD Track 04
Einfach nur so CD Track 05
Wer Gottes Wort hört CD Track 06
MIT-EIN-ANDER-Lied CD Track 07
Woran glaube ich? Woran glaubst denn du? CD Track 08
Du bist du CD Track 09
Schalom und Salam CD Track 10
Lass mein Volk jetzt frei! CD Track 11
Kinder, Kinder CD Track 12
Tala a lbadru alaina CD Track 13
Gott, dein Segen geht mit uns CD Track 14
Gott hat die ganze Welt gemacht CD Track 15
Sehen und Hören, Riechen und Schmecken – Das Sinne Lied CD Track 16
Kommt herbei! CD Track 17
Wir loben unsern Gott CD Track 18
Bei Tag und Nacht CD Track 19
Kopiervorlagen
Hinweise

Rezension

Religion miteinander lernen

Ungewohnt neuartig und faszinierend zugleich: diese interreligiöse Arbeitshilfe. Für die pädagogische Arbeit in Kindertagesstätten und Grundschulen stellt ein Autorenteam kompakt und kreativ Materialien zur biblischen und koranischen Überlieferung vor.

Michael Landgraf und Ulrich Walter begründen den Weg des interreligiösen Lernens mit dem besonderen Auftrag der religiösen Bildung in unserer Gesellschaft (7-8). Religiöse Prägungen sollen wertgeschätzt werden, auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede befragt werden und zu einem achtungsvollen Miteinander führen. Dies soll schon in der Kita und Grundschule beginnen. In besonderem Maße betrifft dies Kinder aus christlichen und muslimischen Familien, die inzwischen gemeinsam diese Einrichtungen besuchen.

Im Buch „Aufeinander zugehen – gemeinsam Schätze teilen“ werden – immer mit Blick auf die pädagogische Umsetzung – Grundinformationen zum christlichen und zum islamischen Glauben vermittelt. Die Islamwissenschaftlerin und Religionslehrerin Saida Aderras stellt übersichtlich die Fünf Säulen des Islam vor, behandelt die sechs Glaubensgrundsätze und geht auf die biblischen und koranischen Prophetennamen ein. Ein vergleichendes Namensspiel weckt die Entdeckerfreude der Kinder und lässt nach den „Geschichten hinter den Namen“ fragen (14). Es folgt, unter Mitwirkung der Pfarrerin Beate Braukhoff, eine ausführliche Beschreibung des Lebens und Wirkens des Propheten Mohammed (15-22). Die Erzählung dieser Geschichte wird unterstützt durch anschauliche Gestaltungsvorschläge mit Legematerialien. Anschließend Basisinformationen zum Christentum: Bibel; Glaubensbekenntnis, Taufe und Abendmahl, Gebet. Dem Vaterunser wird ausführlich Beachtung geschenkt, die einzelnen Bitten werden in den großen Kontext des Glaubens und Lebens gestellt. Die Texte sind kompakt und klar geschrieben, aufs Erzählen hin ausgerichtet. Unterrichtende werden hier inspiriert, auf dieser Grundlage erzählerisch tätig zu werden.

Die großen Feste dürfen natürlich nicht fehlen. Advent und Weihnachten sowie Passion und Ostern werden erläutert; dann Geschichten vom Ramadan-Fasten und der Weihnachtszeit. Hier kommen Kinder zu Wort! Auch dieses Kapitel schließt mit zahlreichen praktischen Anregungen.

Die Bibelkenntnis vieler Zeitgenossen lässt zu wünschen übrig. Darum ist es gut, dass das interreligiöse Arbeitsbuch auf Grundgeschichten aus der Bibel eingeht: Schöpfung, Abraham, Mose, Maria und Jesus. Davon spricht auch der Koran, was den meisten Menschen bei uns nicht bekannt ist! Die koranischen Überlieferungen sind teilweise ähnlich, teilweise sehr unterschiedlich zur Bibel. Das Autorenteam geht mit dieser Tatsache differenziert um. Michael Landgraf stellt aus beiden Quellen Überlieferungen von Mose/Musa vor, als Erzählvorschläge mit Anregungen zur Gestaltung mit Symbolen (59-68). Die Josefs-/Jusuf-Erzählung wird von Saida Aderras und Ulrich Walter in integrativer Weise dargeboten (69-76). Ein spannender Versuch, der sich aber aus der Quellenlage didaktisch rechtfertigen lässt. Bei der Geschichte vom Propheten Jona/Yunus werden jeweils gesonderte Erzählungen mit Legematerialien vorgeschlagen(77-84). Für viele dürfte auch die koranische Weihnachtsgeschichte, besser gesagt: die Geburtsgeschichte Jesu, vor allem in der Sure 19 „Maryam“ eine inhaltliche Überraschung sein (85-88). Ein Gleichnis mit Wurzeln in Bibel und Koran ruft zu Barmherzigkeit und Nächstenliebe auf (89-94). Praktische Anregungen für die Visualisierung der sechs Werke der Barmherzigkeit runden die gemeinsamen Themen ab. Zahlreiche Kopiervorlagen stützen und ergänzen die Erzählungen (117-126).

Die 19 Lieder auf der gleichnamigen CD unterstützen die pädagogische Arbeit hervorragend. Reinhard Horn und der Kinderchor bringen mit viel Schwung die Inhalte zum Klingen. Viele neue Lieder, auch aus der Feder der Autoren, begleiten die thematische Arbeit. Sie betonen das Miteinander, aber auch das Interesse an Neuem, Fremden. Sie bieten lebendige Impulse und fördern den Umgang „mit allen Sinnen“. Auch für muslimische Kinder gehört das Singen in Kita und Schule mehr und mehr dazu. Das arabisch-deutsche Lied zum Lobe Gottes kann eine Brücke zwischen den Kulturen sein (11).

Die folgende Szene markiert eine Grunderkenntnis, die in diesem Buch deutlich zum Tragen kommt:
Beate Braukhoff lässt drei Reisende über Abraham/Ibrahim ins Gespräch kommen: Abdul, David und Timon. Nach längeren Gesprächen bricht es aus den jüdischen, christlichen und islamischen Gesprächspartnern heraus:

„Also“, sagt David. „Da ist also ein Vater, der hat zwei Söhne und aus denen werden drei Religionen.“
Abdul sagt: „Also sind Juden, Christen und Muslime miteinander verwandt? – Halbbrüder sozusagen?!“ (46)

Zugegeben, Familienverhältnisse sind nicht immer einfach und harmonisch. Aber es ist in unseren Zeiten besonders wichtig, die brüderliche Seite dieses Verhältnisses der Religionen zu betonen. Viel zu wenig ist bei Christen wie auch bei Muslimen über die jeweils andere Religion bekannt. Es ist an der Zeit, an die Inhalte heran zu gehen, um Gemeinsames und Trennendes besser einschätzen zu können, dabei durchaus auch Schätze zu heben! Die Bildungsstätten Kita und Grundschule sind hier ganz wichtige Begegnungsorte, wo diese Erstbegegnungen angeleitet werden können.

Für Erzieherinnen und Erzieher, wie auch für Lehrerinnen und Lehrer liegt hier ein verheißungsvoller Ansatz vor, wie das „Aufeinander-zu-gehen“ religionspädagogisch gelingen kann. Auf weitere Entwürfe dieser Art darf man sicherlich hoffen!

Dr. Manfred Spieß, Oldenburg 3.7.2018